Landespolitik
Sehr geehrte Damen und Herren,
durch die Kollegen von AndersARTiG e.V. ( Landeskoordinierungsstelle für LesBiSchwule Belange im Land Brandenburg, Potsdam ) wurden wir auf einen Hetzartikel in einer rechtsradikalen Internetseite hingewiesen.
Die Mitglieder der SCHWUSOS Brandenburg verurteilen diese Verunglimpfung auf das Schärfste und fordern die staatlichen Intitutionen auf, energisch dagegen vorzugehen.
Aus Sicht des Landesvorstandes der SCHWUSOS Brandenburg sind in den letzten Monaten immer mehr negative Beispiele für ein schleichendes Erstarken der rechtsradikalen Szene in Berlin und Brandenburg zu verzeichnen. Die Zahl der gewalttätigen Überfälle auf Opfergruppen, die Schändung von Mahnmalen und Gedenkstätten und das anwachsende Hetzen in rechten Medien und im Internet sind unmissverständliche Signale. Die SCHWUSOS Brandenburg mahnen zur Achtsamkeit und zur Wehr gegen diese bedrohlichen Entwicklungen.
Für den Landesvorstand
Christian Hartphiel
Der Pressetext der Landeskoordinierungsstelle:
Rechte hetzen gegen Homosexuelle
Seit Donnerstag (20.11.2008) ist auf der rechtsradikalen Internetseite www.der-berliner-bote.info ein widerlicher Hetzartikel gegen Homosexuelle zu lesen. Wieder einmal hetzen Rechte gegen Lesben und Schwule.
"Darkrooms", die es in einigen schwulen Lokalitäten gibt, werden als Aufhänger genommen, um Homosexuelle zu verunglimpfen und um sie zu wahren "Sexmonster" zu deffamieren. Mit typischen Phrasen der nationalsozialistischer Ideologie wird operiert und versucht, die gleichgeschlechtliche Lebensweise herabzusetzen.
Wörtlich heißt es in dem Artikel u.a.:
"Während im Vorraum noch gespeist wird, treffen sich im Hinterzimmer die ekelhaftesten Gestalten um ihre Sexpraktiken auszuleben. Ein widerliches Schauspiel, das keine Grenzen kennt. Genaue Ausführungen ersparen wir uns hier. Man kann aber sagen, dass die Geschlechtspartner wahllos gewechselt werden und somit übertragen sich Krankheiten rasend schnell. Sicher kennt manch einer einen Schwulen und meint, dass dieser doch ganz normal wäre, doch das entspricht vielleicht nicht ganz der Wahrheit."
„Der sexuelle Trieb steht in allen Lebenslagen im Vordergrund, je perverser, je besser! Mal von der Perversität abgesehen, können Schwule und Lesben, keine Kinder zeugen, d.h. von der Natur sind gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht vorgesehen. Dadurch, dass keine Nachkommen aus gleichgeschlechtlichem Sex entstehen können, tragen Schwule und Lesben nichts zum Volkswachstum bei, was wiederum dafür sorgt, dass wir alle unter anderem deren Renten mitfinanzieren müssen, zumindest im derzeitigen BRD-System. Da fragt man sich doch, was hier verkehrt läuft, wenn für Homosexuelle sogar eigene Zentren geschaffen werden. Es handelt sich hierbei um einen weiteren Schritt zur Ausrottung des deutschen Volkes."
In dem Artikel wird zum Hass gegen Schwule und Lesben aufgestachelt. Der Landesverband AndersARTiG e.V. ist der Auffassung, dass dieses Schriftwerk den Tatbestand der Volksverhetzung erfüllt. Ganz besonders ist der Wortlaut dazu geeignet, „den öffentlichen Frieden zu gefährden". Bekanntermaßen sind homosexuellenfeindliche Einstellungen unter vielen Jugendlichen auch in unserem Bundesland stark verbreitet. Zeigt dies doch auch die in diesem Jahr stark angestiegene antihomosexuelle Gewaltwelle. Wir fordern hier nochmals dazu auf, energisch gegen diesen herabwürdigen Text vorzugehen. Rechte Gewalt geht uns alle an. Rechtsorientierte Jugendliche sind die Haupttätergruppe, die für lesben- und schwulenfeindliche Einstellungen und Übergriffe bekannt sind. Dieser nun aktuelle Artikel ist eindeutig dazu geeignet diese Täter, in ihrem Handeln zu bestärken. Auch zeigt dieser wieder einmal, wie wichtig es ist gegen derartige Gedankengänge vorzugehen. Daher initiierte der Landesverband in Kooperation mit der Koordinierungsstelle "Tolerantes Brandenburg" zusammen mit vielen anderen Partnern, wie der Opferperspektive, der Opferhilfe, dem Verein lesbischer und schwuler Polizeibediensteter Berlin-Brandenburg u.a., bereits in diesem Sommer ein Überfall- und Opfertelefon für Schwule und Lesben Opfer von rechter Gewalt, welches unter 0331/ 81 70 770 erreichbar ist. Wir rufen alle demokratischen Kräfte in Brandenburg dazu auf, sich weiterhin gemeinsam energisch gegen derartige Volksverhetzung zur Wehr zu setzen.
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